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Moderne Transportmanagement-Systeme stark gefragt

By Mark Vos,
The call for a modern transport management system

Für Kunden steht und fällt der Service mit der Qualität des Transports. Ist der Transport der bestellten Waren nicht korrekt und pünktlich, kann diese eine negative Erfahrung die Leistung einer kompletten Lieferkette schmälern. Aktuelle Entwicklungen im Transportbereich machen die Herausforderung nur größer. Versandhändler, die diese Hürde überwinden wollen, müssen in Modellierung, Transparenz und Vernetzung investieren.

Westeuropa leidet unter einem Mangal an LKW-Fahrern. Gerade jetzt, wo die Transportmengen wachsen und immer mehr Fahrer gebraucht werden – auch im Last-Mile-Bereich im E-Commerce – haben immer weniger junge Leute interesse daran, hinter dem Steuer zu sitzen. Auch in Süd- und Osteuropa wird es zunehmend schwierig, Fahrer zu finden. Es ist zu erwarten, dass der zunehmende Fahrermangel in den nächsten Jahren zu ernstzunehmenden Problemen führen wird.

Gleichzeitig spielt der Transport als Bestandteil unserer Lieferketten eine immer entscheidendere Rolle. Kunden bestellen öfter, erwarten kürzere Lieferzeiten und wollen ganz genau wissen, wann ihre Bestellung ankommt. Der zunehmende Verkehr und die wachsende Zahl an Staus auf unseren Straßen machen dies zu einer immer größeren Herausforderung. Außerdem gibt es immer strengere Regulierungen und Vorgaben, die in Sachen Transport berücksichtigt werden müssen. Denken Sie zum Beispiel an die Anforderungen im Bereich der CO2-Emissionen oder an die Bedingungen, unter denen temperaturempfindliche Güter transportiert werden müssen.

ITK als Grundausstattung

Fest steht: Versandhändler, die spätere Transportprobleme vermeiden wollen, müssen schon jetzt ihre Kontrolle über den Transportfluss verbessern. Moderne ITK-Systeme sind dabei nicht länger nur nützliche Tools, sondern gehören genau wie LKWs zur Grundausstattung. Versandhändler müssen daher in Lösungen investieren, die Echtzeiteinblicke in den Transportfluss liefern, damit sie auf alles vorbereitet sind. Sie benötigen Systeme, die es ihnen ermöglichen, auf Grundlage von Daten informierte Entscheidungen zu treffen. Sie müssen jederzeit in der Lage sein, die bestmögliche Balance zwischen Service und Kosten sowie Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit zu ermitteln. Versandhändler, die ihre Transportprozesse auf betrieblicher, taktischer und strategischer Ebene digitalisieren, sind für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet.

Szenarien werden durchgespielt

Eine wichtige Voraussetzung ist die Möglichkeit, alle Transportflüsse zu modellieren. Wie sieht das Transportnetzwerk aus? Was sind die Routen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen? Wo lassen Ladekapazitäten zu wünschen übrig? Wo gibt es den größten CO2-Ausstoß? Ein Modell, das diese Fragen beantwortet, bietet noch viele weitere Einblicke. Denken Sie an die Möglichkeit, verschiedene Szenarien durchzuspielen. Wo gibt es Schwierigkeiten, wenn sich die Transportmenge um zehn Prozent erhöht? Welche Auswirkungen hat es auf die Transportkosten, wenn ein weiterer Hub ins Transportnetzwerk aufgenommen wird? In was soll investiert werden, wenn Sie den Zuschlag für die eine große Ausschreibung erhalten? Das sind Fragen, die Versandunternehmen oft täglich auf Grundlage von Bauchgefühl und schnell geschriebenen Tabellen beantworten müssen. Ein Modellierungstool ermöglich die Berechnung einer Antwort mit hoher Zuverlässigkeit. Auf diese Weise sind Einsparungen in Höhe von fünf bis zehn Prozent bei den gefahrenen Kilometen und eine Erhöhung des Auslastungsfaktors um zwei bis fünf Prozent möglich.

Modalitäten im Blick

Modellierung liefert die notwendigen Einblicke, um auf mittlere und lange Sicht die richtigen Entscheidungen zu treffen. Um kurzfristige Entscheidungen zu treffen, ist Transparenz vonnöten. Ein umfassender Überblick über die aktuellen Transportflüsse, damit Versandhändler schnelle Wechsel vornehmen und den Versandfluss optimieren können. Dieser Versandfluss muss sich nicht allein auf den Straßentransport beziehen. Mit zunehmendem Druck vonseiten der Politik und der Verbraucher bezüglich der Reduktion von Emissionen werden auch andere Transportmodalitäten wie Schienenverkehr und Schifffahrt beliebter. Allerdings wirkt sich die Nutzung dieser Modalitäten auf die Lieferzeiten aus. Hier ist Transparenz vonnöten – nicht nur hinsichtlich des Transportflusses, sondern zum Beispiel auch in Form von Wettervorhersagen. Nur so kann jederzeit die richtige Transportmodalität ausgewählt werden. Vielleicht ist das heute die Binnenschiffahrt, aber auf halber Strecke müssen Sie auf den Straßentransport umsteigen, weil das betreffende Schiff auf Grund schlechter Wetterbedingungen Verspätung hat. Dies nennt sich synchromodaler Transport.

Tracking und Nachverfolgung

Einen wichtigen Beitrag zu einer erhöhten Transparenz liefern mobile Transport-Apps, die mit dem Transportmanagementsystem (TMS) verbunden sind. LKW-Fahrer können derartige Apps auf ihrem Handy oder anderen mobilen Geräten installieren und sie verwenden, um Frachtaufträge abzufertigen oder Zustellungsnachweise direkt nach jeder Lieferung zu übertragen. Versandunternehmer erhalten in Echtzeit Einblicke in den Status ihrer Frachtaufträge, da die App die geografische Position ihrer Lieferungen nachverfolgen kann. Da die App unabhängig von fest integrierten Bordcomputern funktioniert, kann der Überblick auf Transportunternehmen und die von ihnen genutzten Fahrzeuge erweitert werden. Die Geofencing-Funktion ermöglicht es Versandhändlern, automatisch eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn sich ein LKW ihrem Warenhaus oder Vertriebszentrum nähert. Dank der Temperaturüberwachungsfunktion sehen sie – im Falle verderblicher Ware – außerdem bereits vorab, ob die eingehenden Waren unter den richtigen Bedingungen transportiert wurden. Kurz gesagt erhalten sie bessere Einblicke in Bezug auf die transportierte Ware und können ihre Aktivitäten auf eingehende Lieferungen einstellen, was für einen besseren Arbeitsfluss beim Be- und Entladen sorgt.

Mit Partnern vernetzen

Ein letzter wichtiger Faktor sind Partnerschaften und Kooperationen. Niemand kann ein komplexes Transportnetzwerk alleine optimieren. Benötigt wird die Hilfe von Transportunternehmen, Paketzustellern, Last-Mile-Spezialisten und anderen Partnern, vielleicht sogar anderen Versandhändlern. Die Partner, die Sie heute brauchen, müssen Sie morgen vielleicht gegen andere eintauschen. Entsprechend benötigen Sie ein TMS, das Sie dabei unterstützt, Ausschreibungen zu erstellen und zu evaluieren. Außerdem sollte es Ihnen die Möglichkeit geben, schnell Verbindungen mit diesen neuen Partnern herzustellen. Und mit digitalen Marktplätzen, denn Marktplätze zum Abgleich von Angebot und Nachfrage im Transportbereich spielen eine immer wichtigere Rolle bei Auslastungsoptimierung und Kostenminimierung. Ist das nicht, was jeder will?

Machen Sie das Beste aus Ihren Kundenversprechen