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Mitarbeiter gesucht: Hinter den Kulissen der fortschreitenden Automatisierung im Vertriebszentrum

By Peter Schnorbach,
Missing persons: Behind the shift to DC automation

Wir wissen mittlerweile, dass der E-Commerce Vertriebszentren signifikant verändern wird. In Blogposts zum Thema Auftrags-Streaming haben wir diesen Trend aus der Perspektive der Auftragsabwicklung diskutiert. Der Omnichannel-Trend hat aber auch Auswirkungen auf Warenlager aus der Mitarbeiterperspektive. Wir besprechen die wichtigen Trends, die sich auf die Belegschaft auswirken und Unternehmen dazu zwingen, vermehrt auf Robotik und Automation zu setzen.

Sinkende Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte

Die Welt mag sich immer stärker in Richtung Self-Service-Technologien bewegen, doch in den Warenlagern wurden noch nie so viele Arbeitskräfte benötigt wie heute. Eine blühende Wirtschaft mit so wenigen Arbeitslosen wie nie zuvor, stellt Unternehmen, die Mitarbeiter einstellen wollen, vor große Herausforderungen. Gemäß der ARC Advisory Group bewerben sich fünf oder weniger Interessenten auf 50 Prozent aller offenen Stellen in Warenlagern. Von diesen Bewerbern hat die Hälfte keine entsprechende Berufserfahrung. Es ist offensichtlich, dass die Auswahlstandards gesenkt wurden, damit die offenen Stellen besetzt werden können. Derweilen prognostiziert die Behörde für Arbeitsstatistik, dass die Einstellung von neuen Arbeitskräften in Warenlagern in den kommenden zehn Jahren um sieben Prozent pro Jahr ansteigen wird.

Eine weitere Herausforderung ist die Bindung von Arbeitskräften, insbesondere der Millenials. Laut einer Umfrage von Pew Research aus dem April 2016 gaben zwei Drittel der Arbeitnehmer unter den Millenials an, dass sie vorhaben, ihren derzeitigen Arbeitgeber bis 2020 zu verlassen. Infolgedessen haben einige Arbeitgeber kreative Angebote für ihre Mitarbeiter entwickelt, darunter Bonuszahlungen, damit Arbeiter länger bleiben. Auch mehr Urlaubszeit oder flexible Arbeitszeiten sollen Mitarbeiter bewegen, an Bord zu bleiben und so Fluktuationen zu minimieren.

Aufschwung im Bau von Vertriebszentren

Mit jedem neu gebauten Warenlager erhöht sich der Mangel an Arbeitskräften. Und derzeit werden viele neue Warenlager gebaut. Basierend auf Daten von Moody’s Analytics werden bis 2019 mehr als 60 Millionen Quadratmeter an Warenlagern gebaut – der bislang zweitgrößte Zuwachs an Warenlagern überhaupt. Die größte Expansion fand direkt davor statt: 77 Millionen Quadratmeter zwischen 2014 und 2016. Insgesamt bedeutet das fast 140 Millionen Quadratmeter an neuen Vertriebszentren zwischen 2014 und 2019.

Angesichts des derzeitigen Arbeitskräftemangels wird deutlich, welche Probleme auftreten werden, sobald alle diese neuen Warenlager bereit sind, den Betrieb aufzunehmen.

Automatisierung schafft Abhilfe

Aktuell sieht die Lage so aus: Es fließen immer mehr Bestellungen durch immer mehr Warenlager. Hinzukommen immer engere Lieferfenster und weniger Beschäftigte, die die Arbeit erledigen. Als Gegenmaßnahme versuchen betroffene Unternehmen ihre Abhängigkeit von Arbeitskräften zu reduzieren und sich stärker auf die Robotik zu konzentrieren. Im Rahmen einer 2018 von Manhattan Associates unter 425 Unternehmen aus aller Welt durchgeführten Umfrage gaben 99 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen bereits teilweise Automation für die Auftragsabwicklung im Warenlager nutzt. Die Investitionen in diesen Bereich nehmen stetig zu. Maschinen werden sich im Warenlager immer mehr durchsetzen.

Das nächste Mal werden wir die Automatisierungsdiskussion mit einem Gast-Blogger vertiefen. John Santagate von IDC wird erklären, wie flexible Automatisierung Skalierbarkeit und Produktivität vorantreiben kann.

Um zu erfahren, welche Auswirkungen der Fachkräftemangel auf Ihr Unternehmen haben kann, sehen Sie sich unser Video an.

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