Artikel

Paradigmenwechsel durch Omnichannel: Das geeignete Warehouse Management System für die vernetzte Handelswelt

By Manhattan Staff,
Omnichannel paradigm shift: the right warehouse management system for the connected commerce world

Omnichannel, Direct to Consumer-Geschäft und Smart Shopping: Ein Blick in die aktuelle Praxis erfolgreicher Handelsunternehmen zeigt, wie sehr sich Warenverkehr und Konsumverhalten der Verbraucher in jüngerer Zeit gewandelt haben. Besonders deutlich wird dies im Weihnachtsgeschäft. Für das Jahr 2017 wurde in Deutschland laut Statista ein Umsatz von 94,5 Milliarden Euro prognostiziert – davon 12,2 Milliarden im Internet. Die weiter steigende Zahl von Online-Bestellungen und der Boom von Omnichannel-Strategien stellen hohe Anforderungen an das Warehouse Management System (WMS) der HändlerGefragt sind Konzepte, die den sich ändernden Ansprüchen an die Software gerecht werden. Die Kombination von Wave- und Waveless-Kommissionierung via Order Streaming zeigt dabei, wie eine effektive Lösungsoption aussehen kann.

Skalierbarkeit und Effizienz sind in der Lagerhaltung heute besonders wichtig: Das Auftragsvolumen steigt und soll dabei immer schneller bearbeitet werden – insbesondere zu Stoßzeiten wie in der Vorweihnachtszeit. Gleichzeitig müssen im Omnichannel sowohl das E-Commerce-Geschäft als auch der stationäre Handel bedient werden. Effiziente Fulfillment-Verfahren sind entscheidend, um die Herausforderungen im Zusammenhang mit E-Commerce-Bestellungen zu bewältigen. Der traditionelle Ansatz im Direct to Consumer-Geschäft (DC), das sogenannte Wave Picking, besteht darin, Aufträge in großen Chargen zu verarbeiten. Sobald eine Charge von Aufträgen kurz vor dem Abschluss steht, wird die nächste gestartet. Dieser Ansatz wird als „Push-Modell" bezeichnet.

Während die Wave-/Batchverarbeitung spezifische Vorteile für manche Kanäle bietet, ist sie beim Einsatz von Arbeitskräften und automatisierten Geräten im E-Commerce dem Risiko erheblicher Schwankungen ausgesetzt. Unterausgelastete Anlagen reduzieren das Fulfillment insgesamt, was in einem E-Commerce-Distributionszentrum, in dem die Bestellungen jeden Tag rund um die Uhr eingehen, keineswegs wünschenswert ist. Kunden bestellen derweil zunehmend über Apps, die für smarte Mobilgeräte optimiert sind, und erwarten, dass ihre Bestellung schnellstmöglich bearbeitet und ausgeliefert wird. Mit anderen Worten: Trotz Digitalisierung sind die Auftragsabwicklung und ihre Geschwindigkeit in Echtzeit so kritisch wie eh und je.

Exzellenter Workflow durch Order Streaming

Das Handling einer massiven Anzahl von relativ kleinen Aufträgen mit jeweils nur wenigen Positionen erfordert eine ganz andere Art der Bearbeitung. Dies ist besonders kritisch, wenn im selben Lager sowohl Großbestellungen für den stationären Handel als auch Kleinstmengen für den E-Commerce auflaufen. Order Streaming, eine Form der Waveless-Kommissionierung, bricht deshalb mit dem traditionellen Order Fulfillment-Ansatz und setzt eine flexiblere Fulfillment-Methode um, die stärker an den Anforderungen im E-Commerce ausgerichtet ist. Anstatt Aufträge zu chargieren und in Wellen dem Distributionszentums-Betrieb zuzuführen, wertet Order Streaming kontinuierlich den Auftragspool aus. Dadurch gelingt es, diese Aufträge optimal abzuarbeiten, während sie durch die entsprechenden Distributionszentrums-Workflows geschleust werden. Im Gegensatz zum Wave Picking-Modell arbeitet das Order Streaming nach dem Pull-Modell: Sobald Kapazitäten im Fulfillment-Betrieb vorhanden sind, werden neue Aufträge den verfügbaren Assets im Workflow zugeführt. Dies führt dazu, dass Ad-hoc-Aufträge erst dann ausgeführt werden, wenn sie in die nächste Charge passen. Sobald ein Auftrag adressierbar ist, wird er in den Prozess eingeschleust und die Verarbeitung beginnt.

Dieser Ansatz zur Bearbeitung von E-Commerce-Aufträgen gewährleistet eine zeitnahe Abstimmung zwischen Arbeitskraft- und Geräteverfügbarkeit. Zudem trägt er zur Maximierung der Effizienz bei und ermöglicht eine bessere Auslastung der Ressourcen im Distributionszentrums-Geschäft. Darüber hinaus erzeugen die dynamische Zusammenstellung und Zuweisung von Aufträgen wertvollen Spielraum. Anstatt eine Reihe von Aufträgen mit unterschiedlichen Erfordernissen oder Prioritäten in die Warteschlange zu stellen, werden Aufträge individueller und in Echtzeit bearbeitet. So können Entscheidungen auf der Grundlage der aktuellsten und aussagekräftigsten Daten getroffen werden. Gleichzeitig ermöglicht es die hohe Flexibilität dieses Ansatzes, Wave- und Waveless-Kommissionierungen parallel abzuarbeiten, ohne dafür die jeweiligen Lagerbereiche räumlich trennen zu müssen.

Integrationsstarkes WMS mit umfassendem Leistungsspektrum

Ebenso wichtig wie die Optimierung der Kommissionierung ist die Einbettung des WMS in die übergreifende IT-Infrastruktur: Besonders leistungsstarke Lösungen für die Anforderungen der modernen Omnichannel-Welt funktionieren als Module innerhalb einer integrierten Plattform, für die keinerlei Schnittstellen erforderlich sind. Mit Blick auf gängige Business Software wie beispielsweise ERP-Systeme macht es sich bezahlt, wenn die betreffende WMS-Lösung leicht in alle angebotenen Standards integriert werden kann. Dasselbe gilt für eine offene Infrastruktur, die für die Verbindung und Kommunikation mit externen Lösungen konzipiert und in die Systemarchitektur eingebettet sein sollte. Eine entsprechende Architektur ermöglicht es zudem, eine Verbindung zu Legacy-Systemen einzurichten. Durch eine offene Architektur gelingt es, alle gängigen Datenformate problemlos zu empfangen und an andere Systeme zu senden.

Durchdachte Benutzerführung und Usability sind weitere Schlüsselfaktoren für den Erfolg einer modernen WMS-Lösung. Im Hinblick auf das wichtige Thema Datenvisualisierung trägt eine offene Architektur mithilfe verschiedener Ansätze dazu bei, Berichte auf unterschiedlichen Ebenen zu ermöglichen. Üblicherweise ist es hilfreich, die individuellen Anforderungen für die einzelnen Berichtsebenen in Form von Use Cases zu erfassen, um festzustellen, worauf es beim Systemansatz im Kern ankommt – abhängig von der Komplexität der jeweiligen Aufgabe.

Als sicher gilt: Die Marktanforderungen werden sich zukünftig eher in Richtung steigender Komplexität entwickeln. Dementsprechend groß ist die Bedeutung innovativer Initiativen für das leistungsfähige WMS von morgen. Besonders visionäre Softwareentwickler legen schon heute einen Fokus auf zentrale Fragen rund um Themen wie Windows Embedded Standards, User Experience, Machine Learning, IoT und Optimization. Die Weichen für das Handelsgeschäft sind gestellt: Nur wer breit und zugleich flexibel aufgestellt ist, verbessert seine Chancen auf erfolgreiche Marktperformance im umkämpften Omnichannel-Wettbewerb. Order Streaming zeigt als modernes Konzept für das anhaltend wachstumsstarke Segment E-Commerce, in welche Richtung die Entwicklung geht.

Machen Sie das Beste aus Ihren Kundenversprechen