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Technologie entlastet Lieferketten unter Druck

By Pieter Van den Broecke,

Über Nacht mussten sie Läden schließen und rasant steigende Onlinebestellungen bewältigen. Führende Marken aus Logistik und Einzelhandel berichteten beim virtuellen Event „Manhattan Exchange Connect“ am 6. Oktober, wie sie es geschafft haben, in der Pandemie nicht nur die Existenz zu sichern, sondern auch noch zu wachsen. Der Einsatz der richtigen Technologie könnte entscheidend gewesen sein.

Eines sei dieses Jahr klarer als je zuvor, erklärte Eddie Capel in der Live-Schaltung aus Atlanta, und zwar die immense Bedeutung von Einzelhandel und Lebensmittelgeschäften für unsere Gesellschaft. Capel ist CEO des amerikanischen Softwareherstellers Manhattan Associates, der Anfang Oktober eigentlich zur Manhattan Exchange Connect in Berlin einladen wollte. Doch wie viele Veranstalter in diesem Ausnahmejahr musste auch Manhattan umdisponieren. Ihr Event für Kunden, Branchenexperten und Journalisten fand stattdessen komplett online statt.

Welche Herausforderungen das Jahr für den Einzelhandel und globale Marken bisher bereithielt, durften einige von ihnen selbst erzählen. Aus sieben Ländern schalteten sich während der Eröffnungssitzung Manhattans Kunden aus dem Retail- und Logistiksektor dazu und berichteten über ihre Erfahrungen der letzten Monate. Mit dabei waren DHL Supply Chain, Skechers, L’Oréal, das britische Logistikunternehmen Wincanton und das Modeunternehmen Matalan. Der Tenor war eindeutig: Technologie und der Grad der Digitalisierung sind ausschlaggebend dafür, ob Unternehmen gut durch die Pandemie kommen.

„Noch nie zuvor standen die globalen Lieferketten unter solchem Druck wie im Jahr 2020“, erklärte Henri Seroux, Senior Vice President EMEA bei Manhattan. „Die Kombination aus rasant steigenden E-Commerce-Volumina, Disruptionen durch die Pandemie und knappen Lagerflächen stellt Unternehmen vor nie dagewesene Herausforderungen. Veraltete Technologien verstärken diese negativen Faktoren der Pandemie.“ Gemeinsam mit BBC-Moderatorin Babita Sharma führt der Manhattan-Manager durch die virtuelle Eröffnungsveranstaltung.

Pandemie ändert Bedürfnisse

Für den Einzelhandel bedeutete die Corona-Hochphase im April und Mai eine unverhoffte Hochsaison, die fast ausschließlich online stattfand. Während sich Unternehmen normalerweise monatelang auf Peak-Seasons um Black Friday oder Weihnachten vorbereiten, ging diesmal alles sehr schnell. E-Commerce-Bestellungen mussten bewältigt und gleichzeitig Geschäfte geschlossen werden. Unternehmen, die bereits zuvor auf ein kanalübergreifendes online und offline Geschäftsmodell gesetzt hatten, konnten flexibler auf die unerwarteten Veränderungen reagieren. Omnichannel heißt diese Strategie in der Branche. Jetzt, da Geschäfte wieder geöffnet seien, verlangen viele Endkunden flexible Zustelloptionen wie zum Beispiel die Möglichkeit, online bestellte Ware im Laden abzuholen, erläuterte Henri Seroux. Babita Sharma ergänzte: „Das nahtlose Ineinandergreifen von On- und Offline-Shopping-Erlebnissen ist für Unternehmen im Moment so etwas wie der Heilige Gral.“

Kapazitäten kurzfristig anpassen

Manhattan hatte auch einen neuen Kunden im Gepäck. L’Oréal nutzte das Event, um die Entscheidung bekanntzugeben, seine Lageraktivitäten künftig komplett über das versionslose Manhattan Active Warehouse Management® zu steuern. L’Oréal ist der weltweit führende Kosmetikhersteller und wickelt jährlich über sieben Milliarden Wareneinheiten in seinen Logistikzentren ab. Die Kosmetikprodukte werden weltweit in Supermärkten, Drogerien, Apotheken, Kosmetik- und Friseursalons sowie online verkauft – entsprechend komplex sind L’Oréals Lieferketten. Ab Mitte nächsten Jahres beginnt die Implementierung des neuen Verwaltungssystems in den Distributionszentren in Europa und wird bis 2023 weltweit umgesetzt. „Unser Geschäft wächst und stellt neue Anforderungen in Bezug auf Kapazitäten“, erläutert der aus Paris zugeschaltete Francisco Garcia Fornaro, der für die L’Oréal-Gruppe die Lieferketten verantwortet. Das Unternehmen möchte in Zukunft Kapazitäten noch besser kurzfristig anpassen können.

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