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Effizienz ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lieferkette

20 Oktober, 2022

Eine Konferenz über Einzelhandelslieferketten ist auf den ersten Blick nicht der naheliegendste Ort, um Beispiele für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu finden. Der weltweite Warentransport für den globalen Handel mag für die Gesellschaft von Vorteil sein, doch aus ökologischer Sicht ist er nicht gerade eine Erfolgsgeschichte.

In einem anderen Licht betrachtet, lassen sich hier jedoch sehr wohl nachhaltige, umweltfreundliche Ansätze erkennen. Einzelhändler schlüsseln ihre Kohlenstoffemissionen nach Scope 1 bis 3 auf, und gerade in der Lieferkette (Scope 3) gibt es besonders viel Spielraum für Verbesserungen und beträchtliche CO2-Einsparungen.

Ich bin der Meinung, dass Effizienz der erste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit ist – zumindest für Unternehmen.

Alle Lieferkettenmanager im Einzelhandel werden nur allzu gut wissen, dass während der Pandemie Ineffizienzen bei der weltweiten Warenbeschaffung, -bestellung und -lieferung zu den größten geschäftlichen Herausforderungen gehörten. Es sollte also nicht schwer sein, sie von der Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zu überzeugen.

Auf der Manhattan Exchange EMEA in Berlin berichtete Brian Kinsella, Senior Vice President of Product Management bei Manhattan, dem Publikum, dass es bei der Arbeit von Manhattan zur Markteinführung neuer Lieferkettentechnologie in den letzten 20 bis 30 Jahren zu einem großen Teil „indirekt um Nachhaltigkeit ging“.

Wie er bemerkte, zielt das Unternehmen mit seinen Innovationen schon lange auf „weniger zurückgelegte Kilometer, effizientere Verpackungen [und] effizienteren Transport zum Kunden“ ab. Auch die kundengesteuerte Auftragsabwicklung, die den Einzelhandelskunden von Manhattan im Rahmen der neuen Palette an Technologieprodukten zur Verfügung steht, zeichnet sich durch einige bemerkenswerte Nachhaltigkeitsaspekte aus.

Sie gibt ihnen „die Möglichkeit, ihre Bestellung zu ändern, um die Wahrscheinlichkeit, Häufigkeit und das Volumen von Retouren zu senken“. Für Einzelhändler, die umfassendere Umwelt-, Sozial- und Governance-Strategien aufstellen und möglicherweise auch ihre gesamten Abläufe umgestalten wollen, sind solche unnötigen Transporte eine hervorragende Gelegenheit, um den CO2-Fußabdruck unter Kontrolle zu behalten.

„Wenn es gelingt, hier einen beträchtlichen Anteil einzusparen, sind das sehr viel weniger Transporte auf den Straßen“, so Kinsella.

An Umweltschutz führt kein Weg vorbei

Eddie Capel, CEO von Manhattan, und sein Team haben dafür gesorgt, dass auf der Exchange 2022 umweltfreundlicheres Lieferkettenmanagement und entsprechende Optimierungen auf der Tagesordnung stehen. Alle Einzelhändler auf dem Podium betonten, wie wichtig es ist, einen Beitrag zur Senkung der Kohlenstoffemissionen zu leisten.

Sei es bei Aldi Süd, die bei diesem seltenen öffentlichen Auftritt über die Notwendigkeit einer effizienteren Lieferkette sprachen, oder bei Scotch and Soda, die über die nötige Eindämmung der Umweltauswirkungen von Mode referierten – führende Einzelhandelsunternehmen haben das Thema offensichtlich auf dem Schirm.

Für Capel gibt es in Sachen Lieferkette und Umwelt zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen. In seinen Augen ist die Lagerverwaltung ein hervorragender Ausgangspunkt.

Entscheidend sei, die zurückgelegten Kilometer für den Warentransport zu reduzieren und die Auslastung von Lkw und Containern zu steigern. „Wenn uns das gelingt, können wir sehr viel für den Erhalt unseres Planeten bewirken“, so Capel.

Wenn Produkte in Kartons der richtigen Größe verpackt werden, passen mehr Kartons in einen Lastwagen. Capel empfiehlt, hiermit zu beginnen und sich anschließend um Probleme wie das Transportmanagement sowie kürzere und effizientere Routen zu kümmern.

„Um hier die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, bedarf es grundlegender Technologien und Prozesse“, sagt er – mit anderen Worten: „die strukturierte Zusammenarbeit aller Systeme von Manhattan.“

Einerseits, andererseits

Diese schrittweisen Veränderungen, die letztlich einen umfassenderen Wandel und kleineren CO2-Fußabdruck ermöglichen, sind durchaus löblich, doch es wird dauern, bis sich damit die größeren Probleme des Planeten angehen lassen. Für große Sprünge zu mehr Umweltfreundlichkeit müssen fossile Brennstoffe eingespart und schließlich ganz aus dem Handel verbannt werden.

Viele Einzelhändler haben sich verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren unabhängiger von Transporten mit fossilen Brennstoffen zu werden. Damit würden sie einen erheblichen Beitrag zu den branchenweiten Bemühungen um Emissionseinsparungen leisten.

Doch für Fortschritte beim Umweltschutz kommt es auch auf das Kundenverhalten an. Am ersten Morgen der Exchange stellte Manhattan eine Untersuchung vor, aus der hervorging, dass 51 % der Verbraucher Anstrengungen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit als wichtige oder ausschlaggebende Kriterien für ihre Kaufentscheidungen erachten.

Das hören wir oft. Wenn Verbraucher danach gefragt werden, antworten sie immer, dass es ihnen wichtig ist.

In derselben Umfrage nannten 26 % der Einzelhändler die Schaffung umweltbewussterer und nachhaltigerer Lieferketten als eine ihrer drei wichtigsten Prioritäten für 2023.

Angesichts dieser Zahlen scheint es sinnvoll, massiv zu investieren, um die Kunden in Sachen Umweltschutz zufriedenzustellen. Die Realität ist jedoch weitaus komplizierter als reißerische Schlagzeilen.

Henri Seroux, SVP EMEA bei Manhattan, ist bewusst, dass Menschen kompliziert sind und manchmal widersprüchlich handeln.

„Wir machen uns Gedanken, was wir alles richtig machen wollen, aber verlieben uns dann plötzlich in ein Produkt und wollen es am nächsten Morgen an die Haustür geliefert bekommen“, sagt er und zeigt damit die Herausforderung für Einzelhändler auf, die umweltfreundlich sein und ihren Kunden den gewünschten Service bieten möchten.

Grüner Einzelhandel geht definitiv mit recht konträren Kundenwünschen einher. Diesen Zwiespalt aufzulösen, ist für Marken und Händler nicht einfach.

„Wir investieren in Technologie, um Kunden Informationen und Wahlmöglichkeiten zu bieten“, so Seroux. Er findet, dass jetzt gerade „der ideale Zeitpunkt“ ist, um in Tech-Unternehmen einzusteigen und „Systeme für eine bessere Welt zu entwickeln“. Genau dort können jetzt wichtige Veränderungen stattfinden.

Wie Sie sehen, finden sich bei einer Lieferkettenkonferenz durchaus verschiedene Beispiele für umweltbewusstes Denken. Wie Capel letztes Jahr in einem Artikel auf Green Retail World erklärte, müssen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bei allen Unternehmen weit oben auf der Agenda stehen. Sein Team bringt Technologie auf den Markt, die Einzelhändlern hilft, dieses Denken in ihre bestehenden Abläufe einzubetten – und sie ist bereits erhältlich.

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