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Zusammenspiel von Mensch und Maschine: Ein frischer Ansatz für moderne Lebensmittelwarenlager

By Eric Lamphier,
Integrating Man and Machine: A Fresh Approach for Modern Grocery Warehouses

Die Lebensmittellieferkette ist eine der Supply Chains, die sich am häufigsten wiederholt, die am besten verstanden wird und die von allen Branchen am ausgereiftesten ist. Sie hat die vorhersehbaren Prozesse jedes erdenklichen Aspekts des Warenlagerbetriebs gemeistert, während Lebensmittelhändler mit hauchdünnen Gewinnmargen arbeiten. Es überrascht daher nicht, dass Lebensmittelvertriebszentren sich immer stärker der Automatisierung verschreiben. Sie wollen so arbeitsintensive manuelle Aufgaben reduzieren und die Effizienz insgesamt verbessern, damit Frischwaren es so schnell wie möglich in die Ladenregale schaffen.

Käufer werden immer wählerischer, wenn es um frische Lebensmittel geht. 2017 machten frische Nahrungsmittel 30,5 Prozent der Lebensmittelkäufe aus, mit großen Zuwächsen bei Obst und Gemüse, Backwaren sowie Fleisch- und Wurstwaren.[1] Diese Verbrauchernachfrage setzt Lebensmittel-Vertriebszentren unter noch stärkeren Druck, Frischwaren schnell, transparent und mit höchster Qualität zu liefern. Und wenn Lebensmittel-Vertriebszentren auch noch auf E-Commerce setzen und mit ihm experimentieren, muss die Lieferkette wie eine gut geölte Maschine möglichst fehlerfrei laufen.

Fortschreitende Automatisierung von Lebensmittelvertriebszentren

Um wie eine gut geölte Maschine zu laufen, werden Maschinen benötigt. Es überrascht daher nicht, dass Lebensmittelvertriebszentren vermehrt in Automatisierung investieren, um Lebensmittelkontrolle, Compliance und spezifische Anforderungen, wie beispielsweise den Produktfluss durch temperaturgeregelte Umgebungen, zu unterstützen. Lebensmittelvertriebszentren unterliegen jedoch Beschränkungen, insbesondere dann, wenn mehrere Automatisierungstypen zusammen verwendet werden. Sortierausrüstungen, automatisierte Lager- und Abrufsysteme (ASRS), Förderanlagen und Robotik können miteinander und mit Mitarbeitern im Lager in Konflikt stehen.

Dies führt zu verschwendeten Technologieinvestitionen, ineffizient eingesetzten Mitarbeitern und verlängerten Lieferzeiten für Frischwaren. Eine ineffiziente Automatisierung wirkt sich zudem negativ auf Lebensmittelvertriebszentren aus, weil sie heute mehr denn je ein größeres Sortiment an Produkten ausliefern müssen, um die Kundennachfrage in Läden und für Online-Lebensmittelbestellungen zu erfüllen.

Nehmen wir beispielsweise an, dass ein Lebensmittelvertriebszentrum in automatisierte Lager- und Abrufsysteme (ASRS) investiert hat, die industrielle Robotik nutzen, um eine hohe Effizienz sowie das Ablegen und Holen der Lebensmittel mit minimaler Mitarbeiterbeteiligung sicherzustellen. ASRS automatisiert Aufgaben wie das Transportieren von Paletten, Kisten oder Behältern aus dem Lager zu einer Arbeiterstation – und all dies in temperaturgeregelten Umgebungen. Automatisierte Depalettier-Roboter können genutzt werden, um diese Paletten in kleinere Maßeinheiten zu unterteilen, die ein Mitarbeiter dann von Hand kommissionieren kann. Wie werden diese Maschinen optimiert, damit ein derartiges Szenario funktioniert? Und wie können diese Maschinen effizient und im Zusammenspiel mit den Lagermitarbeitern arbeiten?

Oder wie gleicht ein Lebensmittelvertriebszentrum ein automatisiertes, statisches Layout von temperaturgeregelten Lebensmitteln mit abrupten Änderungen in der Nachfrage für gewisse saisonale Artikel aus. Ein Beispiel sind Cranberries aus der Dose zum amerikanischen Nationalfeiertag Thanksgiving. Um Betriebsabläufe entsprechend anzupassen, sind kreative, menschliche Entscheidungsfindung in Echtzeit und neue temporäre dynamische Standorte notwendig, die im Widerspruch zu einem statischen, automatisierten Layout stehen.

Was diese Szenarien hervorheben, ist, dass Auftragsabwicklungssysteme mit Automatisierungssubsystemen integriert werden müssen, damit der nächste Schritt folgen kann und Asset-Nutzung sowie Durchsatz im Warenlager ganzheitlich maximiert werden können. Wenn wir zudem den E-Commerce in dieses Szenario aufnehmen, dann sind integrierte Systeme noch wichtiger, weil Lebensmittelhändler die Bestellprioritäten ständig neu bewerten müssen, um rationalisierte Auftragsabwicklungsvorgänge sicherzustellen, die die Erwartungen der Kunden, SLAs im Hinblick auf Frischwaren sowie Einzelaufträge erfüllen oder sogar übertreffen.

Auftragsstreaming ermöglicht es Lebensmittelvertriebszentren, die Nachfrage des E-Commerce zu erfüllen

Aufgrund der Stärken der Chargen-Effizienz wird bei der traditionellen Lagerauffüllung in Lebensmittelvertriebszentrendie oft auf Wellen-Kommissionierung (Wave Picking) gesetzt: Paletten und Kisten werden direkt an die Läden geliefert. Es kann jedoch zu Ineffizienzen kommen, wenn an Bestellungen in letzter Minute Anpassungen vorgenommen werden müssen oder zwischen den Wellen ungenutzte Arbeitskraft verschwendet wird. Die Kommissionierung ohne Wellen funktioniert gut mit der Bestellpriosierung des E-Commerce, indem der Fokus auf einzelnen, zeitkritischen Bestellungen liegt, deren Abwicklung oft am gleichen Tag erfolgen muss. Das hierfür benötigte System kann für traditionelle Lebensmittelvertriebszentren eine Herausforderung darstellen; vor allem dann, wenn frische und leicht verderbliche Waren geliefert werden müssen.

Durch Verfahren mit und ohne Wellen (wave und waveless) und dem gleichzeitigen Auftragsstreaming kann ein Lebensmittelvertriebszentrum auf einer einzigen Plattform Kundenbestellungen und Ladenauffüllung effizient handhaben. Um sicherzustellen, dass alle Bestellungen so effizient wie möglich abgewickelt werden, informiert ein integriertes WES (Warehouse Execution System) im WMS das Lebensmittelvertriebszentrum in Echtzeit über die Kapazitäten von Mitarbeitern und Maschinen. So lässt sich die erforderliche Arbeit zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Auftragsabwicklung mit und ohne Wellen durchführen. Mit diesem Ansatz kann das Lebensmittelvertriebszentrum bewährte Lieferkettenprozesse mit modernen E-Commerce-Auftragsabwicklungsprozessen kombinieren. Sowohl Mitarbeiter als auch Maschinen werden hierbei effizient integriert, damit sich das gesamte Verfahren darauf konzentrieren kann, Frischwaren von bester Qualität so schnell wie möglich an den Kunden zu liefern.

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Auch wenn Ihnen die Automatisierung also hilft, schneller zu agieren und die variablen Arbeitskosten zu reduzieren, verlieren Sie wertvolle Effizienz aufgrund eines Systems, das nicht über eine nahtlose Verknüpfung über Ihre Automatisierungstools hinweg verfügt, über die alle Workflow-Schritte im Bestellprozess verbunden werden. Damit Lebensmittelvertriebszentren wettbewerbsfähig bleiben, auf Kundenwünsche eingehen und die Kosten gering halten können, ist ein solches System unabdinglich, um die starke Konkurrenz zu meistern und der kontinuierlich steigenden Kundennachfrage nach frischeren nachzukommen.

 

[1]Food transparency drives growth in fresh departments“. New Hope Network. Deanna Pogorelc. 11. Mai 2018

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